BERGRETTUNG KÖTSCHACH-MAUTHEN

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Rückblick 2007

Wintereinsatzübung 2007/08 - extrem und extrem professionell

 Sonntag, 23. Dezember, 8 Uhr - eine mit 22 Mann stark besetzte und durchschlagskräftige Einsatzmannschaft unserer Ortsstelle trifft sich zur Besprechung der Übungsannahme der heurigen Wintereinsatzübung beim Rathaus. Schon nach wenige Sätzen des Einsatzleiters Leo Jost ist klar - dieses Mal wird es ernst und schwierig wie schon lange nicht. Die Bergung von zwei in Not geratenen Alpinisten aus der Collin-Ostwand bzw. dem Klettersteig auf den Collin verspricht besonders bei dem um diese Jahreszeit vorzufindenden Gelände eine große Herausforderung zu werden - ein Versprechen, dass auch voll und ganz gehalten werden sollte.
Nach Abschluss der Lagebesprechung und dem Verladen der notwendigen Einsatzausrüstung befinden wird uns bereits auf der Fahrt in Richtung Plöckenpass. Dort angekommen geht es zuerst gemeinsam und dann in zwei getrennten Gruppen in Richtung der zu Bergenden. Während sich die eine Gruppe über eine steile, teils schneebedeckte, teils vereiste Rinne direkt über die Ostwand zum einen Alpinisten hocharbeitet, nähert sich die zweite Gruppe über den "Stiefel" und den Collin-Klettersteig dem zweiten, in Not geratenen Alpinisten.
An der Einsatzstelle selbst herrscht reges und professionelles Treiben. Die beiden "Opfer" unserer Übungsannahme, Charly Lamprecht und Herwig "Pogo" Winkler, selbst zwei erfahrene Alpinisten, lassen das Übungsszenario äußerst echt erscheinen - "Schauspielblut", Schwäche- und Panikanfälle und jede Menge wirrer Sprüche haben es zum Ziel, die Retter aus dem Konzept zu bringen. Diese lassen sich jedoch nicht beirren. Es werden Haken gebohrt, Stände gebaut, Fixseile verlegt, die Verletzten werden erstversorgt. Die gesamte Einsatzmannschaft ist voll eingesetzt, der Übungseinsatz im kombinierten Gelände entwickelt sich zur "Materialschlacht". Die Bergung der beiden Alpinisten selbst läßt uns alle Register der Rettungstechnik ziehen, läuft aber zügig und reibungslos ab. Gegen 13 Uhr heißt es dann für alle am Fuße der Collin-Südwand "Übungsende und Abmarsch Richtung Plöckenpass".
Die Übungsnachbesprechung beim "Brückenwirt" in Mauthen lässt die "Führungsriege" unserer Ortsstelle ein positives Fazit ziehen. Die Kondition der Mannschaft ist tadellos, Rettungstechnik und Einsatzwissen sind auf hohem Niveaus vorhanden. Einsatzleiter Leo Jost merkt an: "Die Mannschaft ist fit und auch für solch schwierige Einsätze bestens gerüstet". Die Übung hat es gezeigt - herausfordernder, alpiner Wintersport ist in unserer Region auch mit wenig Schnee jederzeit möglich - die Bergrettung kann mit vielfältigen alpinen Herausforderungen gut umgehen.

LVS - Lawinenseminar - 01. Dezember 2007 - ein Bericht von Mag. Bernd Eder

Eine gelungene Premiere:  Praxisseminar für Tourengeher, Freerider und Schneeschuhwanderer
Reger Betrieb herrscht bei dem am 1. Dezember 2007 unter Beteiligung der Bergrettung Kötschach-Mauthen erstmals veranstalteten Praxis-Seminar für Tourengeher, Freerider und Schneeschuhwanderer im OeAV-Zentrum. Das Ziel der Veranstaltung war es, alle die sich im Winter gerne im alpinen Gelände bewegen, ausreichend vor dem Saisonstart in den Themen Piepssuche, Verschüttetenortung und dem Verhalten beim Lawinenunfall auf den neuesten Stand zu bringen. Bereichert wurde die Veranstaltung durch die Präsentation interessanter Produktneuentwicklungen der Hersteller "Pieps" und "Mammut".
Diese Veranstaltung ist eine sehr gute Gelegenheit präventiv zu mehr Sicherheit im Wintersport in unseren Bergen beizutragen - wir erhoffen uns deshalb viele Wiederholungen in den kommenden Jahren. Allen begeisterten Wintersportlern wünschen wir eine unfallfreie und erlebnisreiche Wintersaison.

Sommereinsatzübung 2007 - ein Bericht von Mag. Bernd Eder

Erkundung unseres Einsatzgebietes

Am Sonntag, 19. August, fand unsere Sommerübung statt. Aufgrund des Jubiläumsjahres haben wir uns entschieden, die Übung später im Sommer durchzuführen und uns in diesem Jahr einem untypischen Übungsinhalt zu widmen - der Erkundung des Eiskars und der umliegenden Gegend als Teil unseres Einsatzgebietes.

Frühmorgens brechen wir von der Unteren Valentinalm in Richtung Eiskar auf. Nach einem abwechslungsreichen und beeindruckenden Aufstieg empfängt uns Emmi und Reinhard (Bort) mit Schnaps, Kaffee und vielen Geschichten und Tourenempfehlung rund ums Eiskar. Beim weiteren Aufstieg ins Eiskar verdeckt uns der Nebel die ursprünglich angedachten Routenvarianten auf die Kellerspitzen sodass Roland sich entscheidet, uns übers "Gabele", das "grüne Tal" und die "grüne Scheid" auf den Cellon zu führen. Der Weg und die Umgebung sind anhaltend eindrucksvoll,die Erzählungen über Touren und Einsätze in der Gegend sind lehrreich, speziell uns Jungen wird klar welche alpinistischen und einsatztechnischen Leistungen  in dieser Gegend schon erbracht wurden. Höhster Punkt der Tour ist der westliche - der wahre - Gipfel des Cellon, von dem aus wir nochmals unsere Blicke auf unsere Runde schweifen lassen bevors zum Abstieg geht.

Zum Ausklang der Tour verwöhnt uns Elfi im Plöckenhaus mit Spezialitäten aus der Region und dem berühmt-berüchigtem Latschenkiefer-Schnapserl.

Insgesamt ein sehr interessanter Tourentag und sicher eine lohnende Ergänzung zu den sonst eher rettungstechnisch orientierten Übungen, bei dem am Ende für so manchen auch die Erkenntnis stand "Wahnsinn, wie groß und abwechselungsreich unser Einsatzgebiet ist und wie vielfälltig das Tourenangebot unserer Region".

Lebendige Geschichte und viel Spass beim Klammfest anlässlich "60 Jahre Bergrettung Kötschach-Mauthen" - ein Bericht von Mag. Bernd Eder

Am 21. Juli 2007 geht bei Kaiserwetter der Höhepunkt unseres Jubiläumsjahres, das Klammfest, über die Bühne. Schon ab dem frühen Nachmittag herrscht reges Treiben am Sammelpunkt dem Hauptplatz von Mauthen. Die Veranstaltung startet mit einem Festmarsch zu Ehren unseres Vereins angeführt von der Trachtenkapelle Mauthen in Richtung Felsentor. Ein Marsch, der angesichts der großen Hitze auch ein wenig einem Rückzug in die Kühle der Klamm wird.

Vor der imposanten Kulisse begrüßt Ortsstellenleiter Roland Pranter die zahlreich erschienen Festgäste, unter ihnen Funktionsträger aus befreundeten Vereinen, Prominenz aus Politik und Wirtschaft und langjährige Freunde unserer Organisation. In seiner Rede geht Roland auf die bewegte Geschichte des Vereins ein. Er erläutert die Idee zur Veranstaltung der Klammfeste in den 70er-Jahren – diese durch Sepp Lederer initiierten und schnell zur Sensation gewordenen Feste dienten dazu, die Anschaffung einer 200.000 Schilling teuren Funkfixstation zu finanzieren – und bedankt sich bei Ortstellenleitern und Kameraden der vergangenen 60 Jahre für ihre Verdienste.

Bürgermeister Walter Hartlieb würdigt in seiner Rede die Arbeit unserer Ortsstelle als einen wichtigen Bestandteil im Rettungswesen unserer Region und als wertvollen Rückhalt für die touristische Nutzung unserer Bergwelt.

Der Chef der Kärntner Bergrettung, Otmar Striednig, bedankt sich für den Einsatz unseres Vereins im Sinne der Bergrettung und bei den Frauen und Freundinnen aller Bergretter für ihr Verständnis für den Einsatz ihrer Männer und die Unterstützung dabei.

Zahlreiche Vertreter befreundeter Organisationen stellen sich anschließend mit Glückwünschen und Gastgeschenken als Zeichen der Anerkennung ein. Zum Dank wird Ihnen vom Ortsstellenleiter ein von Schmiedemeister Leopold Durchner gefertigtes Abbild eines der Wahrzeichen unserer Region und unseres Vereins – dem Polinik – überreicht.

Im Rahmen des Festaktes wird schließlich auch der langjährige Obmann unseres Vereins, Sepp Lederer, für seine unschätzbaren Verdienste rund um unsere Ortsstelle und für 40 Jahre im Dienste der Bergrettung geehrt. Hubert Putz, wird anlässlich seiner 25 Jahre aktiver Mitgliedschaft ebenfalls eine Ehrung zu teil.

Im anschließenden Festprogramm, das von der TK Mauthen würdig umrahmt wird, drängen sich die Höhepunkte. Kulinarische Hauptattraktion ist sicherlich das von Wasserkraft gedrehte Spanferkel, das innerhalb weniger Stunden restlos verspeist ist. Bei der Vorführung einer Hubschrauberbergung mittels Modellhubschrauber durch ÖAMTC - Einsatzpilot Hans Fischer kommt es bedauerlicher Weise zu einem Absturz in die Fluten der Valentin – so deutet sich an, wie gefährlich und unberechenbar solche Manöver in Echt sein müssen. Für Kinder und Jung-Gebliebene bieten unsere Experten auf diesem Gebiet, Charly Lamprecht, Simon Wurzer und Herwig Winkler mit dem Flying Fox und einer Seilbrücke über die Valentin eine schöne und abwechslungsreiche Herausforderung. Ein Schätzspiel und das Legendentreffen der Flugrettung runden das bunte Programm ab, das nicht zuletzt durch die lebhafte Moderation von Lois Ortner bis zum Schluss abwechslungsreich bleibt.

Als zu späterer Stunde Sepp Lederer von seinem Komandostand aus die weitere Moderation des Abends übernimmt, ist das Fest noch voll im Gange, der Platz hinter dem Felsentor noch gut gefüllt mit Freunden, angeregten Gesprächen, Musik der „Mauthner Kirchtagsmusig“ und guter Stimmung. Sepp’s „La Montanara“, das er gegen Mitternacht eindrucksvoll und unvergleichlich in den Abendhimmel der Klamm stellt, bildet lange noch nicht den Abschluss einer Veranstaltung, die für manche sicherlich erst in den frühen Morgenstunden endet.

Ein großes Lob gilt dem Organisationskomitee dieser Veranstaltung rund um Roland Pranter, die mit ihrem Einsatz eine würdige Jubiläumsveranstaltung für unseren Verein auf die Beine gestellt und mit dem Wiederaufleben des Klammfests Geschichte lebendig gemacht haben.

Ein paar Eindrücke vom Klammfest.pdf, 1.346 kb

Winterausflug 2007 - ein gelungens Wochenende - ein Bericht von Bernd Eder

Unser Winterausflug führte uns heuer einmal wieder in weitere Ferne - Ziel der 2-tägigen Reise ist die Goldberggruppe. Am ersten Tag geht's dabei von Kärntner Seite auf den Gipfel des "Hocharn" mit anschließender Abfahrt nach Kolm-Saigurn zur Übernachtung. Tags darauf geht's über den "Hohen Sonnblick" wieder Richtung Heimat. Die wunderschönen Bilder vom Ausflug sprechen sicherlich für sich - einunvergessliches Erlebnis!

Im Rahmen des Ausfluges wurde in würdigem Rahmen auf über 3.000m Richard Fankhauser ins Probejahr im Bergrettungsdienst übernommen. Wir wünschen ihm dafür und für die bevorstehende Ausbildung alles Gute. Der Einstieg ist mit diesem Wochenende jedenfalls geschafft!

(Winter?!)-Einsatzübung 2006/07 - ein Bericht von Bernd Eder

Von der Zaghaftigkeit und Zurückhaltung wie sie der Winter bis zu den großen Schneefällen Ende Jänner (!) gezeigt hat, ist bei der Einsatzübung unserer Ortsstelle erwartungsgemäß nichts zu merken – ein realitätsnahes Einsatzszenarium zum Auftakt, eine Demonstration des Einsatzes eines Hundes auf der Lawine, Stationsbetrieb zum Training der für den Wintereinsatz unverzichtbaren Fertigkeiten „Punktortung in der Pieps-Suche“ und  „Grob- und Feinsondierung“ und eine Seilbergung mittels Unfalltrage aus steilem Gelände bilden das unseren Ansprüchen entsprechende Arbeitspensum im Valentintal an diesem Tag.

Das die Skitourensaison trotz des zu diesem Zeitpunkt herrschenden Schneemangels in vollem Gange ist, zeigen die zahlreich dem Valentinthörl entgegenstrebenden Skitourengeher, die unsere Übung mit dem einen oder anderen interessierten Blick würdigen. Inwieweit man sich eine Tour bei derartiger Schneearmut wirklich zumuten sollte, bleibt sicherlich dem Einzelnen überlassen – unsere Empfehlung, im Falle einer Tour unter diesen Verhältnisse lautet angesichts der Steinspitzen, die mehr oder weniger gut sichtbar und zahlreich aus der Schneedecke ragen aber „Skihelm auf, auch auf der Skitour“.

Im Rahmen der Übungsnachsprechung werden die Erkenntnisse der Übung kritisch diskutiert. Ortsstellenleiter, Einsatzleiter und die Ausbildungsleitung ziehen dabei eine insgesamt positive Bilanz aus dem Übungsverlauf.

Mittlerweile hat sich der Winter imposant über unser Tal gelegt und hat uns mit einem Schlag von extremer Schneearmut mitten in den Hochwinter katapultiert. Die Skitourensaison scheint gesichert, wir sind wie immer  gut vorbereitet und bestens gerüstet und wünschen eine unfallfreie Zeit in den Bergen. Berg Heil!