
Rückblick 2003

November 2003:
......bolted risk! -
Kletterroutensanierung und Neueinrichtung am Plöckenpass - ein Bericht von Harry
Kollmitzer
Gegen Ende der 80er entstand am und um den
Plöckenpass eines der größten Klettergebiete Friauls bzw. Oberkärntens. Das
beliebte Klettergebiet umfasst mittlerweile an die 400 Kletterrouten die
größtenteils mittels Bohrhaken versichert sind. Dieses Projekt wird von der
Region Friaul finanziell unterstützt und so kommen jährlich mehr und mehr
Neutouren dazu. Aber nicht nur die Italiener auch die heimischen Bergführer und
Kletterer haben mit der Neuerschließung schon vor Jahren begonnen. So entstanden
einige schöne Ein- bzw. Mehrseillängentouren in diesem Klettergebiet.
Durch diese Neuerschließungen wurde aber teilweise auf die Sanierung älterer,
bereits an die 25 Jahre alten Routen vergessen.
Im Herbst 2003 kam es bei einem herkömmlichen Sportklettersturz zu einem
„Beinaheunfall“ der relativ glimpflich ausgegangen ist. Was war passiert. In
einer Kletterroute (7a) ist bei einer Sturzbelastung von ca. 2 m ein
Zwischenhaken gebrochen.
Die Haltbarkeit und Beschaffenheit dieser Bohrhaken ist von außen leider nicht
ersichtlich. Die älteren Spreizbohranker haben eine Stärke von 8mm und sind
lediglich 2 cm tief im Bohrloch verspreizt. Dieses Innenspreizgewinde ist zur
Gänze durch die Feuchtigkeit verrostet. Die Belastungsgrenze eines solchen
Bohrhakens beträgt weniger als 50 kg!!! Ein einfacher Schlag mit dem
Kletterhammer genügt um den Bohrhaken zu Bruch zu bringen.
Auf dieses Ereignis hin haben wir im September begonnen, „klassische ältere“
Sportkletterrouten mit neuen Bohrhaken zu sanieren. Mittlerweile wurden bereits
100 Bohrhaken ausgetauscht. Weitere 200 Haken werden im Laufe des Winters, bzw.
im Frühjahr und Sommer 2004 ausgetauscht.
Derzeit ist also oberste Vorsicht geboten, wenn man bei einigen Klettertouren
noch alte Bohrhaken vorfindet. Am Foto kann man einen solchen Bohrhaken genau
erkennen.
Durch die großzügige Materialunterstützung des ÖAV Obergailtal-Lesachtal unter
Obmann Sepp Lederer ist es uns möglich die Routen am Plöckenpass wieder sicher
kletterbar zu machen!
Kurzer Auszug von Neutouren am Plöckenpass:
Jupi di Angelo: 3
Mars Attacks: 7a+
Rocco: 5a
Variante: 5b

04. und 05. Oktober 2003:
Bergrettungsausflug 2003 -
oder - Ein Klettertag mit nass-kaltem Beginn, heiß-trockenem Mitteilteil und
feucht-fröhlichem Ausklang -
ein Bericht von Mag. Bernd Eder
Samstag 10. Oktober – ein zweitägiges
Kletterwochenende im Raum Triest steht auf dem Ausbildungsplan unser Ortsstelle.
Wie zu solchen wichtigen Bergrettungsterminen leider keine Seltenheit, werde ich
an diesem Tag von heftig prasselndem Regen geweckt. Auch wenn ich mir zu diesem
Zeitpunkt nicht vorstellen kann, an diesem Tag auch nur einen Klettermeter
genießen zu können, raffe ich meine Kletterausrüstung zusammen und fahre zum
vereinbarten Treffpunkt in Kötschach-Mauthen.
Dort stehen der Bergrettungsbus und ein weiterer Bus, mit Kameraden der
Ortstelle fast vollbesetzt, schon zur Abfahrt bereit. Die Frage, ob wir uns
angesichts der ungünstigen Wetterlage und den nicht weniger tristen
Wetterprognosen für unser Reiseziel überhaupt auf den Weg machen sollten, steht
zwar im Raum, wird aber in der hektischen Betriebsamkeit kurz vor der Abreise
irgendwie verdrängt. Auf der Fahrt durch den strömenden Regen über den
Plöckenpass haben alle im Bus das Thema Klettern für diesen Tag bereits abgehakt
und stellen den Sinn dieser Ausfahrt mehr oder weniger stark in Frage. Die
Kameraden aus dem zweiten Bus, allen voran unser Ortsstellenleiter, hingegen,
sind ungleich positiver eingestellt, und schlagen vor, erstmal nach Tolmezzo,
„aus dem Regen hinaus“ zu fahren, und dort die weitere Vorgehensweise
festzulegen.
Im Zuge der folgenden Diskussion über Gestaltungsalternativen für diesen
angebrochenen Tag, taucht plötzlich der Klettergarten von Cavazzo als eine
Möglichkeit auf, um an diesem verregneten Tag vielleicht doch noch an den Fels
zu kommen. Kurzerhand verlegen wir den Treffpunkt mit unseren Kameraden von
Tolmezzo direkt in das Cafe unter dem Klettergarten von Cavazzo.
Als die Kameraden aus dem zweiten Bus dort eintreffen, wird schnell klar, dass
nur eine Zwei-Wege-Strategie zur Erfüllung aller Interessen führen wird. Einer
dieser beiden Wege besteht in einer Weiterfahrt zum ursprünglich geplanten Ziel
nach Triest um dort zu Übernachten und vor Ort und abhängig von der
Wettersituation zu entscheiden, was unternommen werden soll und kann. Die zweite
gebotene Alternative umfasst einen Klettertag in Cavazzo und die anschließende
Heimreise. Nachdem sich alle Kameraden für eine diese beiden Alternativen
entschieden haben, teilt sich unser Ausflug in zwei Gruppen.
Die Cavazzo-Klettergruppe setzt sich in Richtung Klettergarten in Bewegung.
Unter den stark überhängenden und deshalb auch bei starkem Regen kletterbaren
Wänden des Klettergartens seilen wir uns an, und beginnen in den anspruchsvollen
und teilweise stark überhängenden Routen zu klettern. Nach einigen Klettermetern
sind sich alle einig – bei solch widrigen Wetterverhältnissen solche guten
Bedingungen vorzufinden ist einfach unglaublich.
Wir haben bereits einige Routen in den Fingern und mehr oder weniger harte
Unterarme als sich das Wetter zusehends verbessert bis schließlich sogar die
Sonne herauskommt. Bei fast sommerlichen Temperaturen werden die folgenden
Klettertouren zum absoluten Genuss. Voll motiviert ziehen alle von uns an den
Griffen der Klettertouren, drehen sich ein und aus, geben Beckenimpulse,... . Am
frühen Nachmittag schließlich, entscheiden wir uns, das Klettervergnügen zu
beenden und zum gemütlichen Teil dieses Ausflugs überzugehen. Dieser beginnt mit
Bier und angeregten Gesprächen im bereits am Morgen besuchten Cafe in Cavazzo.
Auf der Heimreise über den Plöckenpass legen wir noch einen Zwischenstopp im
Plöckenhaus ein. Die Bewirtung dort ist wie immer ausgezeichnet und es mangelt
an nichts – vor allem nicht an Bier, Wein und sonstigen Trinkgenüssen. Zu
späterer Stunde schließlich setzen wir uns gut gelaunt in Richtung
Kötschach-Mauthen in Bewegung, wo dieser einzigartige Klettertag in den
gemütlichen Lokalen – für manche früher, für manche später – seinen Abschluss
findet.
Rückblickend kann man sagen, dass unsere morgendliche Überwindung an diesem Tag
mit einem herrlichen Klettererlebnis, viel Spaß und würdigem Ausklang belohnt
wurde. Ein ganz und gar gelungener Tag – für den ich mich auch im Namen aller
Kameraden wieder einmal beim Führungsteam unserer Ortsstelle bedanken möchte.
Anmerkung:
Die Erlebnisse der Triest-Ausflügler sind bis heute nicht öffentlich zugänglich.
Ob dies bewusste Strategie oder einfach nur Versäumnis ist? Ob sie es noch
besser getroffen haben? Die Fragen zu klären ist sicherlich Aufgabe eines
eigenen Berichts – ich bin gespannt!

09. September 2003:
Drumbl Georg - unser Kassier wurde
60zig!

Herzliche Gratulation von Deiner Ortsstelle!

07. September 2003:
Sommereinsatzübung 2003 -
spektakuläre Bergung aus den Cellon-Platten - ein Bericht von Mag. Bernd Eder
Bedingt durch schwere Unwetter mit starkem
Regen, Hagel, Blitz und Donner wurde die heurige Sommereinsatzübung mit
einwöchiger Verspätung am 7. September 2003 durchgeführt.
 Trotz dieser Verschiebung trifft sich bis auf wenige (entschuldigte) Ausnahmen
die gesamte aktive Mannschaft der Ortsstelle um 8 Uhr beim Rathaus zur
Besprechung der Übungsannahme. Diese besteht in der heurigen Übung mit dem
Schwerpunkt „Rettungstechnik im Fels“ darin, dass eine Seilschaft in den
Cellon-Platten, direkt oberhalb des Grenzüberganges „Plöckenpass“ verunglückt
ist und geborgen werden soll.
Nachdem durch den Einsatzleiter der Ortsstelle, Leo Jost, kurz die in diesem
Zusammenhang zu erledigenden Aufgaben verteilt und der Einsatzbefehl ausgegeben
wurde, sind alle emsig damit beschäftigt, das Einsatzfahrzeug mit dem zur
Bergung notwendigen Material zu bestücken und Richtung Einsatzort aufzubrechen.
Dort angekommen beginnt ein Teil der Mannschaft sofort damit, Fixseile in der
anspruchsvollen und über mehrere Seillängen führenden Klettertour zu
installieren. Parallel dazu werden Seile, Erste-Hilfe-Ausrüstung und andere
Rettungsutensilien zum Wandfuß geschafft. Gut koordiniert und ohne Zeit zu
verlieren arbeitet sich die Bergungsmannschaft über die Fixseile zu den
Verletzten vor. Diese werden direkt am Unfallort durch die Bergretter
professionell erstversorgt und für den Abtransport durch die Wand vorbereitet.
 Dank des breiten und durch die zahlreichen Übungen am Felsentor der Mauthner
Klamm ständig verbesserten und aktualisierten Repertoire an Rettungstechniken
(insgesamt wurden in der heurigen Sommersaison 5 Übungen zu diesem Thema
durchgeführt), kann die Bergung der Verletzten sehr rasch und ohne
Komplikationen durchgeführt werden. Ein minder schwer verletzter Bergsteiger
wird mittels Ein-Mann-Bergetechnik aus der Wand geborgen und von seinem Retter
an einen Zwischenstand transportiert. Dort wird der Verletzte an einen bereits
wartenden Kameraden übergeben und von diesem an den Wandfuss abgeseilt. Der
ungleich schwerer verletzte zweite Bergsteiger wird in der Unfalltrage
stabilisiert und abtransportiert. Wegen der großen Wandhöhe muss im Zuge der
Bergung eine Seilverlängerung gemacht werden. Am Wandfuss angekommen wird die
Unfalltrage durch die dort wartenden Bergretter übernommen und im unwegsamen
Gelände weiter talwärts transportiert. Dabei werden der Verunfallte und die
Retter durch ein zuvor installiertes Seilgeländer gesichert.
 Durch das große Engagement aller Beteiligten und die professionelle und sichere
Anwendung der Rettungstechnik können die beiden Verletzten rasch und sicher
geborgen werden. In der anschließenden Übungsnachbesprechung im Plöckenhaus wird
sowohl vom Einsatzleiter als auch vom Ortsstellenleiter der reibungslose Ablauf
der Übung positiv hervorgehoben. Von beiden Seiten wird aber auch darauf
hingewiesen, dass es für alle Mitglieder der aktiven Mannschaft absolut
Notwendig und Wichtig ist, die professionelle Bewegung und Rettungstechnik im
Fels regelmäßig zu trainieren und laufend zu perfektionieren. Nur so kann
sichergestellt werden, dass Bergungen auch im Ernstfall so gut funktionieren wie
in dieser Übung erlebt.

06. Juli 2003:
Ironman Triathlon - Klagenfurt
 Zum
5. Mal startete der Ironman in Klagenfurt, und ein Mitglied unserer Ortsstelle
war am Start. Ranner Reinhard, Berg- und Schiführer startete schon zum zweiten
Mal in Klagenfurt bei dieser imposanten Topveranstaltung. Nach einer guten
Vorbereitungszeit war sein erklärtes Ziel den Ironman (3,8 km Schwimmen, 180 km
Radfahren, 42,2 km Laufen) unter 11 Stunden zu beenden. Dank seiner starken
mentalen Verfassung und eines gut eingeteilten Rennens beendete er dieses Rennen
in seiner persönlichen Bestzeit von 10 Std 57 min. Die Ortsstelle gratuliert Dir
lieber Reinhard zu dieser Leistung ganz besonders. Betreut wurde Reinhard auf
der Rennstrecke von Kollmitzer Harry und Pranter Roland.
Der 2. Teilnehmer aus Kötschach-Mauthen war sein Bruder Stephan, der seinen 1.
Ironman mit einer Zeit von 13 Std 12 min beendete. Auch ihn gratulieren wir zu
dieser fantastischen Leistung recht herzlichst.
Nähere Infos zu dieser Veranstaltung erhalten sie unter:
www.ironmanaustria.com

19. Juni 2003:
Renovierung des Gipfelkreuzes am Polinik
Seit dem Jahre 1950 steht am Polinik das
heutige Gipfelkreuz. Es wurde von den Mauthner Kriegsheimkehrer als Symbol des
Friedens in mühevoller Arbeit errichtet. Initiatoren waren damals unter anderem
Gressel Fritz, Kostner Hermann, Durchner Leopold, Ranner Alois, Wurzer Hans und
viele mehr. Unter dem Kommando von Schlossermeister Durchner Leopold wurde in
seiner Werkstatt in Mauthen das Gipfelkreuz zusammengebaut, alle Teile markiert
und wieder zerlegt. In einer mühevollen Aktion wurde das zerlegte Gipfelkreuz
mit Pferden bis zum Spielbodentörl gesäumt.Der Rest musste mit Manneskraft auf
den Gipfel transportiert werden. (Bilder 1-2-3)

Im Jahre 1950: Das Gipfelkreuz wird in Durchner`s Schlosserwerkstatt
zusammengebaut |

Im Jahre 1950; Das zerlegte Gipfelkreuz wird bis zum Spielbodentörl gesäumt |

Im Jahre 1950; Das letzte Stück musste per Manneskraft transportiert werden |
Im Jahre 1975 wurde dieses Gipfelkreuz in
die Obhut des Bergrettungsdienstes Kötschach-Mauthen gelegt. Der damalige Obmann
des Bergrettungsdienstes, Lederer Sepp, versprach dem damaligen Obmann des
Kameradschaftsbundes auch zugleich einer der Errichter des Kreuzes Durchner
Leopold, immer auf das Gipfelkreuz am Polinik zu schauen und auch zu pflegen.
Die stürmischen Unwetter im Herbst 2002 und im Frühjahr 2003 hatten dem
Gipfelkreuz arg zugesetzt. (Bild 4) Es hing nur
mehr auf einen Anker und drohte ins Tal zu stürtzen. Es war aber auch eine
lokale Gefahr für die unzähligen Gipfelbesucher, die tagtäglich dieses Kreuz
besuchten und darunter Rast machten. Deshalb war ein rascher Einsatz zur
Reparatur notwendig. Nach einen Lokalaugenschein mit Schlossermeister Durchner
Leopold (Sohn des Erbauers) sahen wir erst die Ausmaße des Schadens. Mit einer
kleinen Reparatur war nun mehr nichts getan. „Da müssen wir etwas gescheides
machen“, so der Schlossermeister. Nachdem die Strategie feststand, das Material
und das Werkzeug auf einen Haufen lag, wurde uns bewusst dass wir ohne
technische Hilfsmittel, also Hubschrauber, nicht in der Lage waren das ganze
Material mit Manneskraft zu tranportieren. (ca. 700kg)
(Bild 5)
Dank des Gendarmerieposten Kötschach, dem wir von der Gefahr am Polinik
berichteten, konnte für einen Transportflug der Hubschrauber des BMI geordert
werden. (Bild 6)
Am Gipfel wurde aus dem sonst so ruhigen
Rastplatz eine „Grossbaustelle“. Es wurde vermessen, gebohrt, geflext,
geschweisst, gemauert, geklebt, geschraubt und genietet.
(Bilder 7 bis 12 )
Dann endlich um 19.00 Uhr war die Arbeit
vollendet. Zufrieden konnten wir das gelungene Werk besichtigen. Schnell wurde
alles zusammengeräumt und für den Abtransport hergerichtet. Da es aber schon
spät war, war es nicht mehr möglich am gleichen Tag das Material ins Tal zu
fliegen. Dadurch das aber einige Maschinen am nächsten Tag im Tale wieder
gebraucht wurden, stopften wir unsere Rucksäcke voll und hatten auch im wahrsten
Sinne beide Hände voll zu tragen.
Am Plöckenhaus wieder angekommen, kehrten wir zum wohlverdienten kleinen oder
grossen Bier ein.
Meinen besonderen Dank möchte ich
nachfolgenden Personen aussprechen:
- dem Besitzer Ing. Carl Gressel für das Benützen seiner Wege und Infrastruktur
- dem Schlossermeister Leopold Durchner für die Gesamtkoordinierung der
Baustelle
- dem Piloten des BMI Pletzer Johann mit seiner Mannschaft für den
Transportflug zum Gipfel
- dem Piloten des BMI Karner Otmar mit seiner Mannschaft für den Transportflug
vom Gipfel
- dem Gendarmerieposten Kötschach (Patterer Heribert und Guggenberger Wolfgang)
für die Koordinierung mit dem BMI
- der Wirtin vom Plöckenhaus Salcher Elfi für die Jause
- der Firma Landmaschinen Gailer Stefan für diverse Spezialmaschinen
-und natürlich den Helfern am Berg: Lederer Sepp, Zankl Georg, Winkler
Herwig
Pranter Roland
Ortsstellenleiter

06. Juni 2003:
Feierliche Angelobung in Kötschach-Mauthen
Im Rahmen der Angelobung des
Österreichischen Bundesheeres wurde eine Bergeübung der Bergrettung
Kötschach-Mauthen und der AEG Kötschach demonstriert.
Übungsannahme war, daß ein Kletterer in einer senkrechten Wand ca. 30 m ins Seil
stürzte. Mit einen planmässigen Einsatz wurde der Retter zum Verletzten
abgeseilt, der diesen dann in die Rettungstrage verpackte und dann mit der
„Kappertechnik“ das Seil des Verletzten durchschnitt. Verletzter und Retter
wurden dann zum nächsten vorbereiteten Stand abgeseilt. Diese sogenannte
„Kapperbergung“ ist eine klassische Einsatzmethode um einen Verletzten aus der
Wand zu bergen, wenn der Einsatz eines Rettungshubschraubers nicht möglich ist.
Mit dieser Übung wurde auch wieder gezeigt, daß die Institutionen Bergrettung
und Alpingendarmerie in Kötschach hervorragend zusammenarbeiten. Dieses Tandem
tritt natürlich auch bei allen Alpineinsätzen gemeinsam auf, um die
bestmöglichsten Voraussetzungen für den Verunglückten zu schaffen.

05. Juni 2003:
Sucheinsatz im Bereich "Kleiner Pal" am Plöckenpass
Um ca. 17.00 Uhr wurde die Bergrettung vom
Gendarmerieposten Kötschach über die Abgängigkeit einer Frau verständigt.
Sofort alarmierte Einsatzleiter Jost Leo über die LAWZ Klagenfurt die gesamte
Einsatzmannschaft via SMS.
Treffpunkt war wie immer unsere Basis im Rathaus, wo es die erste
Einsatzbesprechung mit der AEG (Alpine Einsatzgruppe Gendarmerie) gab und von wo
wir ins Einsatzgebiet fuhren. Zwischenzeitlich wurde auch der
Rettungshubschrauber C7 und die Bergrettung aus Italien verständigt, weil wir
annehmen mussten, das sich ein Alpinunfall ereiget hatte, da die vermisste Frau
schon seit ca. 14.00 Uhr abgängig war und die Gruppe der sie angehörte, die Wege
am Kleinen Pal schon abgesucht hatten.
Als alle Aufgaben verteilt waren und der Einsatz um 18.00 Uhr gestartet wurde,
meldete sich die Vermisste via Handy bei einem Verwandten der dann die Suche
sofort abbrechen lies.
Nicht alle Alpineinsätze lösen sich so
einfach; trotz dieses „Fehleinsatzes“ sind wir jederzeit bereit, in Bergnot
geratenen Menschen zu helfen.

18. Mai 2003:
33. internationaler Valentingletscherlauf 2003 - Rückblick
Ergebnisliste 2003
Bilder 2003
Die Bergrettung Kötschach - Mauthen hatte
beim diesjährigen 33. internationalen Valentingletscherlauf doppelten Grund zu
Freude.
Zum einen, dass trotz der Verschiebung des Rennens zahlreiche bergbegeisterte
Tourengeher bei dieser schon weit über die Grenzen bekannten traditionellen
Veranstaltung am Start waren (Infos und Höhepunkte zum Valentingletscherlauf
unter www. bergrettung-koetschach.com) und zum anderen war sicherlich die Weihe
des neuen Einsatzfahrzeuges einer der Höhepunkte . Dieses Einsatzfahrzeug - ein
geländegängiger Mannschaftstransporter - steht nun mehr der Bergrettung
Kötschach - Mauthen für ihre Einsätze zur Verfügung.
In den letzten Jahren wurde in der Ortsstelle der sogenannte Sparstift gezückt,
da wir uns um die finanziellen Mittel selbst kümmern mussten, was sich als gar
nicht so einfach herausstellen sollte.
Unsere einzige Einnahmequelle für solche finanziellen
Aufwändungen ist der internationale Valentingletscherlauf, deshalb hieß es
gezielt ans Werk zu gehen.
Aber Dank großzügiger
Sponsoren ist es uns gelungen, das neue Einsatzfahrzeug unser Eigen zu nennen.
Bei nachfolgenden Institutionen möchte ich mich recht herzlich für ihre
Unterstützung bedanken: Marktgemeinde Kötschach-Mauthen, Marktgemeinde
Kirchbach, Gemeinde Dellach, Landesleitung Bergrettung Kärnten und der
Raiffeisenbank Kötschach-Mauthen.
Ein herzliches Dankeschön aber auch Herrn Pfarrer Gerhard Briesch, der dem
Einsatzfahrzeug seinen Segen gab und viel Glück wünschte, damit alle in Bergnot
geratenen Menschen wieder Heil ins Tal gebracht werden können.
An dieser Stelle möchte ich aber auch nochmals unserer heimischen Wirtschaft,
der Marktgemeinde Kötschach - Mauthen und den so zahlreichen Spendern danken,
die alle Jahre mit Pokalen und Sachpreisen unseren Valentingletscherlauf
unterstützen. Ein recht herzliches Dankeschön aber auch dem Besitzer der Unteren
Valentinalm, Fam. Pongratz Herwig sen. und seinem Pächter Herrn Walter Müllmann.
Roland Pranter, Obmann

10. Mai 2003:
Wurzelstock klemmte Bauarbeiter ein: Dramatische Rettungsaktion im
Gailtal
Kronen Zeitung, 11. Mai 2003:
Eine dramatische Rettungsaktion lief Samstag am Nachmittag auf den steilen
Berghängen des Gailtales im Bereich der Jochalm ab. Ein riesiger Wurzelstock
hatte einen Bauarbeiter eingeklemmt und verletzt, die verzweifelten Hilferufe
des 58-jährigen Mannes wurden erst nach langer Zeit durch Zufall gehört.
Der Reisacher Bauarbeiter hatte in seiner Waldparzelle in
1.500 Metern Seehöhe Sturmholz verarbeitet, als sich beim Entasten eines Stammes
ein Wurzelstock löste und den mann am Körper traf. Der 58-Jährige erlitt einen
Oberschenkelbruch und weitere Verletzungen im Bereich des Körpers, und: Er wurde
eingeklemmt und konnte nicht mehr selbst aufstehen! Es dauerte eine halbe
Ewigkeit, bis ein 44-jähriger Arbeiter aus Reisach zufällig die Hilferufe des
Unfallopfers hörte und sofort mit dem Handy Alarm schlug. Eine Seilbergung durch
den "C7"-Rettungshubschrauber scheiterte, daher mussten Bergretter aus
Kötschach-Mauthen den Verletzten auf eine Hochwiese transportieren. Von dort
wurde er in das LKH Villach geflogen.
-
Originalzeitungsberichte

29. April 2003:
Berg- und Schiführer Kurt Kristler tödlich verunglückt!
Kleine Zeitung:
Nach Riss der Selbstsicherung tödlich abgestürzt.
Der Kötschacher Bergführer Kurt Kristler fiel 30 m in die Tiefe.
Der Bergführer Kurt Kristler aus Kötschach fiel gestern von einem Maibaum, den
er gerade errichten wollte, und erlitt beim Sturz tödliche Verletzungen. Der
43-Jährige war auf der Hof-Alm bei Spittal gerade mit dem Entrinden des
Maibaumes beschäftigt, als er vermutlich die Bandschlinge der Selbstsicherung
mit der Hacke beschädigte. Als diese riss, stürzte er 30 Meter tief ab und über
eine fünf Meter hohe Böschung auf einen Güterweg. Der sofort herbeigerufene
Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.
Kurt war Mitglied des Kärntner Berg- und Schiführerverbandes
und die letzten Jahre als Senner auf der Emberger Alm im Drautal tätig. Als
ausgezeichneter Alpinist erstieg er zahlreiche Gipfel im In- und Ausland . Kurt
hinterläßt seine Frau und zwei Kinder.
Nachruf:
Friedrich
Schiller sagte eimal:
Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, das alles gut gehen wird, aber
sie sind überzeugt , das nicht alles schief gehen kann.
Kurt
war immer ein OPTIMIST und ein Mann der Berge, der nicht nur in den heimischen
Karnischen Alpen zu Hause war, sondern er trotzte auch so manch großen Gipfel in
aller Herrenländer seinen Respekt ab. Immer wenn es galt, etwas ganz besonderes
zu leisten, war er mit großer Motivation und Respekt bei der Sache. Und dieser
Respekt an der Bergwelt war es vielleicht auch, der ihn motivierte einer
Rettungsorganisation beizutreten.
Kurt trat am 01.05.1988 (vor genau 15 Jahren) in den Bergrettungsdienst der
Ortsstelle Kötschach - Mauthen ein. In dieser Zeit machte er nicht nur die
Ausbildung zum Bergretter, sondern sein Ehrgeiz trieb ihn auch in die
Bergführerausbildung die er mit Erfolg abschloss. Sein Wissen rund um die
Sicherheit am Berg und die Rettung in notgeratener Menschen gab er stehts
weiter. So war er auch jahrelang als Ausbildungsleiter in der Ortsstelle
Kötschach – Mauthen tätig und war auch im Ausbildungskader der Bergrettung
Kärnten.
Seine Beziehung zur Bergwelt bezeugte er wohl auch damit, dass er den Mut hatte,
seinen Handwerksberuf aufzugeben, um sich in seiner Bergwelt als Hüttenwirt eine
Existenz aufzubauen. So manche in notgeratenen Bergsteiger verdanken ihre
erfolgreiche Rettung wohl nur der Erfahrung und Aufmerksamkeit von Kurt.
Seine wohl letzte Station in seinen irdischen Leben war die Emberger Alm.
Lieber Kurt, wir Bergkameraden werden dich nicht vergessen und so in Erinnerung
behalten wie du warst.
Schon Mark Twain
sagte:
Menschen mit einer neuen Idee gelten solange als Spinner, bis sie die Sache
durchgesetzt haben.
Du hast viele deiner Ideen durchgesetzt! Mit einem letzten Berg Heil möchten
wir uns von dir Verabschieden.
SERVUS KURT und BERG HEIL
Im Namen der
Bergrettungskameraden
Pranter Roland / Ortsstellenleiter

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